Wagners Leben zerfällt in zwei Hälften: die erste, während der er Einflüsse jeder Art aufnahm und sein dramatisch-musikalisches Idiom auszuprägen begann, und die zweite, in der er sich ausschließlich in den Dienst seiner eigenen Sache, d.h. seines Werkes, stellte. Diese Biografie trägt dem Rechnung, indem sie sich darauf konzentriert, das Umfeld seiner Kindheit und Jugend detailliert zu rekonstruieren, das ihn formte, und seine zweite Lebenshälfte als Abschnitt begreift, in dem es ihm darum ging, seine Spur in der Geschichte zu hinterlassen. Inwieweit ihm das gelang, beschreibt das abschließende Kapitel über sein Nachleben. Dabei geht es darum, sein Umfeld und Wirken so konkret wie möglich zu beschreiben. Welche Künstler haben ihn beeinflusst? Wie war es, mit Wagner als Kollegen zusammenzuarbeiten? Wie schuf er seine Werke? Was für ein Mensch war er im privaten Umgang? Wie sah eine Aufführung unter seiner Leitung aus? Diesen und anderen Fragen wird auf den Grund gegangen. Was sich ergibt, ist das Bild eines visionären Künstlers, dessen Persönlichkeit, Weltanschauung und Verhalten sich durchweg mit theatralischen Kategorien beschreiben lassen.