»Mit dem Leib beginnt und endet alles, was wir über die Bildung des Menschen zu sagen wissen.« (Mollenhauer 1998) Der menschliche Körper wird vielfältigen Prozessen der Enkulturation unterzogen. Sozioökonomische und naturwissenschaftliche Interessen stellen seine Vitalität in den Vordergrund. Kulturelle Ordnungen schreiben ihm Zeichencharakter zu (der Körper als Ausdruck eines Lebensstils etc.). Die Einordnung des Körpers in solche Systeme hat auch gewaltförmige Seiten. Sie bringt nicht nur sein »Verschwinden« im Kontext des Sozialen mit sich, sondern damit einher geht auch eine subversive, inoffizielle Geschichte des menschlichen Körpers. Der gelebte Körper jedoch lässt sich nicht konstruieren, und Kultur ist gerade dadurch charakterisiert, dass sie kein in sich abgeschlossenes System ist, sondern durch die leiblich fundierten Erfahrungsvollzüge ihrer Träger mitkonstituiert ist. Die sinnlichen Wahrnehmungen liefern dem Menschen erst die Weltzugänge und Selbstverhältnisse, in denen die verschiedenen Kulturtätigkeiten wurzeln. In diesem Buch wird aus schulpädagogischer Perspektive anhand empiriegestützter Ansätze der Nachweis erbracht, dass der gelebte Körper generell oder im Fachunterricht, im strukturierten Pausengeschehen, in der Peer-Kultur und in der Medienbildung ausschnitthaft ins Spiel gebracht wird.