Das Black Audio Film Collective hat in den 1980ern Jahren in Großbritannien mitHandsworth Songs (Regie: John Akomfrah, 1986) und Twilight City (Regie: Reece Auguiste, 1989) einige wegweisende Essayfilme gedreht. Vor allem in ihrem Umgang mit Archivmaterial stellen die Arbeiten des Black Audio Film Collective eine filmische Versuchsanordnung dar, die auf der Einsicht beruht, dass sich Geschichte und Gedächtnis ehemals kolonisierter Bevölkerungsgruppen nicht unproblematisch anhand des überlieferten Foto- oder Filmmaterials rekonstruieren lässt. Da sich die Entstehung von Bildern nicht in einem herrschaftsfreien Raum vollzieht, ist ihr Entstehungs- und Distributionskontext stets mitzubedenken. Ein Film wie Handsworth Songs berücksichtigt dies durch seine selbstreflexive Verwendung von Archivmaterial und trägt so zu einer „Erneuerung des Sehens“ (Tode) bei. Durch das Ausstellen des filmischen Apparates und dem ihm inhärenten Rassismus gerät das Archivmaterial im Film nicht zum Authentizitätsversprechen, sondern zur Reflexion über die Ontologie des dokumentarischen Bildes und zu dessen subversiver Resignifizierung.